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‘Abdu’l-Bahá

Über die Notwendigkeit eines Erziehers: Betrachten wir die Welt des Daseins, so sehen wir, daß das Mineral, die Pflanze, das Tier und der Mensch einen Erzieher brauchen. Bleibt die Erde unbebaut, so wird sie zur Wildnis, in der Unkraut wächst. Wenn aber der Bauer kommt und sie beackert, bringt sie Ernten hervor, die als Nahrung für Lebewesen dienen. Daraus ergibt sich klar, daß die Bearbeitung der Erde durch den Bauer notwendig ist. Betrachte die Bäume: Ohne die Pflege des Gärtners würden sie keine Früchte tragen, und ohne Früchte wären sie nutzlos. Durch die Pflege des Gärtners aber werden diese ertraglosen Bäume Früchte hervorbringen, und durch Pflege, Veredelung und Pfropfung geben Bäume, die bittere Früchte trugen, süße her. Dies sind verstandesmäßige Beweise, denn heute benötigen die Menschen logische Beweisgründe. Betrachte in gleicher Weise die Tierwelt: Wird ein Tier vom Menschen gepflegt und erzogen, so wird es zum Haustier. Wenn dagegen ein Mensch ohne Erziehung aufwächst, so wird er zum Tier, ja, wenn er der Natur allein überlassen bleibt, sinkt er sogar unter das Tier herab; wenn er aber richtig erzogen wird, kann er zum Engel werden. Tatsächlich fressen die meisten Tiere nicht ihre Artgenossen auf, während manche Menschen im Inneren Afrikas noch ihresgleichen töten und fressen. Bedenke nun, daß es die Erziehung ist, die den Osten und den Westen unter die Herrschaft des Menschen bringt. Die Erziehung bringt wunderbare Gewerbe zur Vollkommenheit und unterhält herrliche Wissenschaften und Künste. Sie ist es, die neue Entdeckungen und Gesetze offenbar macht. Gäbe es keinen Erzieher, wären solche Dinge, die das Leben bequem und leichter machen, oder zum Beispiel Kultur und Menschlichkeit nicht da. Wenn man einen Menschen in der Wildnis sich selbst überläßt, und er seinesgleichen nicht sieht, wird er zweifellos wie ein Tier werden. Damit haben wir klar die Notwendigkeit eines Erziehers bewiesen. Aus beantwortete Fragen
Über die Notwendigkeit eines Erziehers: Später erschien Christus und sprach: "Ich bin vom Heiligen Geiste geboren." Wenn es auch heute für die Christen leicht ist, dies zu glauben, so war es doch zu jener Zeit sehr schwer, und wir hören aus dem Neuen Testament, daß die Pharisäer einwandten: "Ist dies nicht der Sohn des Joseph von Nazareth, den wir kennen, wie kann er sagen `Ich bin vom Himmel gekommen`?"  Obwohl Er, äußerlich gesehen und in den Augen aller, aus niedrigem Stande war, erhob Er Sich mit solcher Macht, daß Er religiöse Gesetze, die fünfzehnhundert Jahre bestanden hatten, abschaffte, obgleich jeder, der sich der kleinsten Übertretung schuldig machte, in größte Gefahr geriet und sein Leben aufs Spiel setzte. Ja, noch mehr: Zu Christi Zeit waren das sittliche Verhalten der ganzen Welt und der Zustand der Kinder Israel völlig verdorben und zerrüttet, und die Stämme Israels befanden sich in tiefer Erniedrigung, Knechtschaft und Not. Sie fielen in die Gefangenschaft der Chaldäer und Perser, wurden ein anderes Mal von den Assyrern versklavt, dann wieder zu Untertanen und Vasallen der Griechen. Als Christus kam, wurden sie von den Römern beherrscht und verachtet. Christus hob als junger Mensch mit Hilfe einer überirdischen Macht das alte mosaische Gesetz auf, verbesserte das allgemeine sittliche Verhalten und legte zum zweiten Male den Grund zum ewigen Ruhm für das Volk Israel. Darüber hinaus brachte Er der Menschheit allgemeinen Frieden und verkündete Lehren, die nicht nur für das Volk Israel bestimmt waren, sondern die Grundlage für das allumfassende Glück der menschlichen Gemeinschaft bildeten. Aus beantwortete Fragen